Freitag 24 März 2006

Tomás Hirsch: Der Neoliberalismus drängt sich Europa auf

Kategorie: Tomas Hirsch, Italy

 


Gestern in Florenz traf Tomás Hirsch, Präsidentschaftskandidat von Juntos Podemos zu den vergangenen Präsidentschaftswahlen, mit rund 400 Mitgliedern der lateinamerikanischen Gemeinschaft zusammen, um über die Entwicklungen auf unserem Kontinent zu sprechen.


„In den verschiedenen Städten, die ich bisher besucht habe, gab es ein großes Interesse zu erfahren, was mit der lateinamerikanischen Linken passiert“, erklärte der Vertreter der HP.


Hirsch fand es bemerkenswert, wie das Modell des Neoliberalismus mittlerweile die italienische Linke durchdrungen hätte – „sie ist der Concertación schon sehr ähnlich.“ Hirsch merkte an, dass es in Italien – genauso wie auch in Chile und vielen lateinamerikanischen Ländern – eine steigende Jugendarbeitslosigkeit, sowie das Problem der „Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen“ (z.B. Aufweichung des Kündigungsschutzes) gäbe.


„Es ist schon beeindruckend, wie sich der Neoliberalismus als Modell sich zunehmend weltweit aufdrängt, und dabei jedes Mal mehr die Entwicklungschancen der Familien und der Jugendlichen beschneidet. Heute bin ich über eine privatisierte Autobahn gefahren, und sie war genauso wie die in Chile.“


Und weiter über die Macht des Kapitals: „In Europa besteht die Hoffnung, dass wir in der Lage sein werden, eine Alternative zu schaffen, die die verschiedensten Kräfte der Linken vereinigen kann. Aber wir sollten uns auch die Bedingungen hier vor Augen halten, die erheblich günstiger als in unserem Lande sind, wo man nämlich einen Neoliberalismus etabliert hat, der sämtliche soziale Rechte der Bürger längst zerstört hat.“


 Chilenische „Sozial“demokraten